Sonntag, den 18. November 2018

Blutsbrüder in Uhingen

Am Freitag, dem 13. – zwei Tage vor dem Volkstrauertag und vier Tage nach dem Freitod von Robert Enke –  fand an der Haldenberg-Realschule in Uhingen eine traurig ergreifende Buchvorstellung statt. Kurz vor 21.00 Uhr  wurde von den beiden Autoren Michael Jentzsch und Benjamin Kwato Zahn die Geschichte ihres Lebens „ Blutsbrüder“ vorgestellt.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, aber die Auswahl an Unterhaltung- und Bildungsangeboten scheint gerade in den letzten beiden Monaten vollgespickt zu sein. An den Straßenrändern  hängen alle paar Meter Aktionsplakate. Da wird der  Novemberbunt im Uditorium  ebenso angepriesen wie der Weihnachtsmarkt in Rechberghausen oder Konzerte von Uriah Heep und Manfred Mann. Auch für die Kunsthalle liegt eine Einladung vor und bei Gebauer findet ein Weinabend statt. Hat  Frisch-Auf eigentlich am Samstag ein Heimspiel? Es fällt mitunter schwer Prioritäten für das Wochenende zu setzen, hatte ein Supermarkt zudem  einen Tischkicker im Angebot und ein Samstag Abend Essen mit Freunden ist ebenso vorgesehen. Also  –  was tun?

Im Mitteilungsblatt der Stadt Uhingen war auf Seite 12, im Kleingedruckten quasi, zu lesen, dass eine Buchvorstellung an der Haldenberg-Realschule stattfinden sollte. Buchvorstellung, da war doch was? Klar! Noch ganz aufgewühlt von der „Atemschaukel“  der Literaturnobelpreisträgerin  Herta Müller und der Geschichte eines 17 Jährigen Deutsch-Rumänen, der fünf Jahre in russischer Zwangsarbeit verbringen musste, konnte dieses Wochenende nur mit einer  Buchvorstellung starten.

Hier erzählten,  mit einiger Verspätung aus Karlsruhe kommend,  in der Aula der Haldenberg-Realschule die beiden Autoren Michael Jentzsch und Benjamin Kwato Zahn über die Geschichte Ihres Lebens.          

Es ist eine Geschichte über den Bürgerkrieg in Liberia und über eine unglaubliche Freundschaft, die jäh durch einen brutalen Bürgerkrieg beendet wurde und die nach 14 Jahren in einem tränenreichen Wiedersehen ihren Höhepunkt und ihre Fortsetzung fand. Der eine, Michael Jentzsch, Missionarskind und Lehrer aus Bremen. Der andere, Benjamin Kwato Zahn, Sohn von liberianischen Christen aus dem Gio-Stamm,  Flüchtling  und Farmer.

Das was die beiden Mitt-Dreißiger zu erzählen haben, lässt einen nicht mehr los. Während der Vorstellung erleben die gut 50 Zuhörer Paradies und Hölle zugleich: Paradiesisch die idyllische Kindheit von zwei Jungen, die wie Winnetou und Old Shatterhand Blutsbrüder werden, jagen, fischen, im Meer schwimmen, Wasserschildkröten fangen, Schlangen erlegen und ein Dschungelabenteuer nach dem anderen erleben. Dann höllisch die Grausamkeiten, die Ben während der 13 Jahre Bürgerkrieg erlebt. Er berichtet im Wechsel mit Michael, der schildert, wie es ihm nach der Flucht aus Liberia als kulturfremdes Missionarskind in Deutschland ergeht. Nach einigen Jahren hat er sich mit Deutschland ausgesöhnt, heiratet, bekommt Kinder, kauft ein Haus, doch die Sorge um Ben lässt ihn nicht los. Die Erzählung findet ihren Höhepunkt in dem lange herbeigesehnten Wiedersehen der beiden Freunde.

Abschließend sei noch vermerkt, dass die Buchvorstellung im Rahmen einer  Schülerarbeit von Sarah Frey (Klasse 9b) über das Buch „Blutsbrüder“ möglich geworden ist.  Da leider, leider die Werbung für diese Veranstaltung sehr spät anlief und somit nur 50 Gäste kommen konnten hier der direkte Hinweis, wo Sie mehr hören und v.a. wo Sie dieses Buch erwerben können:

 
 

 Podcast

Zum Podcast bitte hier klicken…

 

herwig-logo

Zur Buchbestellung bitte hier klicken…

Leave a Reply