Samstag, den 26. Mai 2018

Stadtmarketing Konstanz – ein Sommerloch Fake?

Hochdeutsch

Über die Aktivitäten der Stadtmarketing-Organisationen aus dem Kreis werden wir immer bestens informiert. Manchmal lohnt aber ebenfalls ein Blick  über die Landkreisgrenzen hinaus. So sorgt  die Stadt Konstanz derzeit mit einer Werbekampagne für Kopfschütteln. Die Kritik kommt dabei aus dem Norden, von Spiegel-Online.

 

Ausnahmen bestätigen nun einmal die Regel. Wir können alles. Außer Hochdeutsch. Kaum ein Werbespruch wie der von Baden-Württemberg schafft es immer wieder  in die Top-Charts. Das mag die Spiegel-Leute aus dem hohen Norden wohl schon seit Jahren ein wenig genervt haben. Sicherlich auch ein Grund warum man in der Hansestadt mit Argusaugen das Geschehen und v.a. das Werbegeschehen im Südwesten verfolgt. Und jetzt sind die Redakteure aus Hamburg tatsächlich fündig geworden.

Zur Geschichte: In Konstanz gab es einen Wettbewerb und ein Plakat für das Stadtmarketing. Das Siegerplakat machte aus der „Stadt am See“ ganz einfach die „Stadt am H2O“ – H2O ist der chemische Begriff für Wasser. Ganz in Blau gehalten zeigt das Plakat die Umrisse des Bodensees, nachgezeichnet aus chemischen Strukturformeln. Die Lage von Konstanz ist mit einem dicken roten Pfeil markiert.

Konstanz

Die Jury, so der Spiegel, war ganz aus dem Häuschen: „Das Plakat bringt auf eine schlichte, aber zugleich pfiffig eingängige Art und Weise zum Ausdruck, was Konstanz ausmacht: Nicht nur aufgrund seiner einmaligen Lage am Bodensee eine hervorragende Lebensqualität bieten zu können, sondern darüber hinaus auch Stätte für Spitzenforschung und innovative Technologien und Wirtschaftsunternehmen zu sein“, heißt es in der Begründung.

Konstanz_H2O / Plakatkampagne

Dabei übersahen die Juroren allerdings folgende Kleinigkeit:  Der Bodensee ist auf dem Plakat nicht mit Wasser-Molekülen gefüllt, sondern mit Formaldehyd, einem giftigen und krebserregenden Gas. Für die chemische Industrie ist es ein wichtiger Ausgangsstoff in der Synthese mehrerer Produkte. Auch im menschlichen Körper entsteht es beim Abbau von Methanol, das sich in minderwertigen, oft schwarz gebrannten Alkoholgetränken befinden kann.

Von Chemikern wird das Wasser-Molekül dargestellt als ein Sauerstoff-Atom (Symbol O), das über zwei Striche mit zwei Wasserstoff-Atomen (Symbol H) verbunden ist. Die Striche bilden dabei einen Winkel von etwa 105 Grad. Ein einfaches Molekül, eine einfache Formel – und eine der ersten, die man im  Chemie-Unterricht lernt.

Hier zum vollständige Spiegel-Bericht

Vielleicht,  so liebe Spiegler, war das ganze Versehen ja auch bewußt gesteuert, quasi ein Fake um das Sommerloch zu nutzen, die Stadt am Bodensee ins nationale Bewußtsein zu rücken.  SEO-Interessierte erkennen durchaus eine Parallelität zu gewissen  Aussagen der Süddeuteutschen Zeitung, die einen Code of SEO proklamieren wollten, nur um ins Gespäch zu kommen. Mittlerweile sind Fakes in klassischen PR- Büchern als ganz legitime PR-Strategie aufgeführt. Matthews kann sich das bei Konstanz zwar kaum vorstellen ist aber gespannt wie ein Flitzebogen wie das Ganze weitergeht.

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