Montag, den 18. Dezember 2017

 

Und hier die legändäre Rede des Ex-bayrischen Ministerpräsidenten Stoiber


Studenten standen früher stundenlang in der Schlange um Skripte oder Bücher zu ergattern. Neulich fand die größte Lan-Party der Welt mit 15.000 Teilnehmern – meist Schüler und Studenten – statt. Journalisten schrieben schon von „Woodstock ohne Schlamm“. Vor diesem Hintergrund scheinen im Zuge von Web 2.0 die Möglichkeiten der virtuellen Umsetzung von Lehrinhalten unbegrenzt. Aufhorchen lässt in diesem Zusammenhang der socialVirtPresenter, mit der es möglich ist Vorlesungen auf Facebook zu verfolgen, zu kommentieren und sich mit anderen online auszutauschen.

Vor diesem Hintergrund sprach Matthews-Marketingblog mit Prof. Dr.-Ing. Markus Ledermann,Fachbereich Mechatronik und Elektrotechnik der Hochschule Esslingen, Standort Göppingen.

1. Wie steht die FH ES/GP prinzipiell zu Web 2.0 Lernformen: Sinnvoll oder Spielerei?

Wir haben den Anspruch, dass unsere Studierenden hier eine erstklassige Ausbildung bekommen. Dies bedeutet nicht nur, das die geforderten Inhalte erstklassig sind, sondern dass wir auch alles tun, um diese Inhalte „rüberzubringen“. Wir sind zwar der Meinung, dass eine gute Vorlesung mit einem guten Dozenten ein sehr gutes Mittel sind, um das Wissen dem Studierenden zu vermitteln, aber neben der reinen Wissensvermittlung brauchen wir noch Wiederholung, um den Stoff zu festigen und selbständiges Üben, damit der Stoff schließlich auch „handlungssicher“ angewendet werden kann. Und gerade beim Thema Wiederholung und Anwendung des Wissens können Web 2.0 Lernformen sehr gut unterstützen, da hier ja die Teilnahme und der Input der Studierenden gefordert wird.
Das Rektorat der Hochschule Esslingen ist sehr an E-Learning interessiert.Deshalb wird im SS 2010 das Didaktikzentrum eine Ausschreibung zur Förderung von E-Learning durchführen

2. Wie kommen Göppinger Studenten an Skripte und Vorlesungsmaterialien?

Es gibt verschiedene Wege. Zum Teil werden/wurden Skripte aus Studiengebührenmitteln gedruckt und direkt an die Studenten weitergegeben. Zum Teil können die Skripte von einem Laufwerk oder der Lernplattform Moodle heruntergeladen und wahlweise gedruckt werden, z. T. organisieren die Semester diesen Prozess selbst und lassen die Skripten dann gemeinsam drucken und z. T. können die Studierenden die Skripten über die Dozenten bestellen und diese werden dann gegen Kostenerstattung ausgedruckt.

3. Welche Angebote Richtung Web 2.0/E-Learning gibt es in Göppingen?

Den genauen Überblick sollte Herr Beetz haben. Wir sind gerade daran, die Vorlesungen zur Technischen Mechanik durch E-learning-Einheiten zu unterstützen. Dort wird der Stoff noch einmal komprimiert zusammengefasst, es werden Fragen und Aufgaben zur Verständnisprüfung angeboten. Außerdem werden weitere Übungsaufgaben und Aufgaben zur Klausurvorbereitung angeboten. Außerdem planen wir, dass die Studierenden selbst Beispiele für technische Anwendungen des gelehrten Stoffes suchen und auf die Lernplattform hochladen sollen, um sowohl die Studierenden zur aktiven Teilnahme zu bewegen als auch das Studium und die Studieninhalte konkreter mit dem „wirklichen Leben“ zu verknüpfen. Wieviel davon für die Studenten verpflichtend werden soll und wieviel freiwillig gemacht werden soll, ist derzeit noch offen und hängt auch ganz wesentlich von dem Ergebnis ab, wie intensiv das freiwillige Angebot genutzt wird.

4. Kann Web 2.0/E-Learning die klassische Vorlesung ersetzen?

Kann es nicht und soll es auch nicht. Gerade die Vermittlung komplexer technischer Zusammenhänge erfordert den Dialog zwischen Lernendem und Lehrendem – ganz konkret und ohne Zeitverzögerung von Angesicht zu Angesicht.
Auf Verständnisfragen kann direkt reagiert werden und somit sichergestellt werden, dass alle Studierenden der Herleitung/Argumentation bis zu ihrem Ende folgen können.
E-Learning kann jedoch sehr gut unterstützen (Wiederholung, Zusammenfassung des Stoffs, weitere Veranschaulichung anhand von Animationen, (Selbst)-Tests zum Verständnis, selbständiges Üben usw.).
Eine weitere sehr interessante Möglichkeit besteht bei der Zusammenarbeit mit Parnterhochschulen, so ist es mit Web 2.0/E-Learningmöglich, ausgewählte Vorlesungen
Studierenden anderer Hochschulen zur Verfügung zu stellen, ohne dass diese dazu anreisen müssen.

5. Wie sieht die FH das Thema „Lebenslanges Lernen“?

Wir bieten mit „Technolino“ ein Angebot für Kindergärten in der Region an, bei dem schon die ganz Kleinen für Technik begeistert werden sollen und haben Angebote für Schüler, kooperative Studiengänge in Zusammenarbeit mit namhaften Unternehmen für bereits Berufstätige und mit der „Uni der Generationen“ ein Angebot, dass sich auch an ältere Mitbürger wendet – hier in Göppingen wird also über das Thema nicht nur geredet, sondern es gibt tatsächlich Angebote für alle Altersklassen und Lebensphasen.

6. Welche internationale Ausrichtung und Entwicklungen gibt es?

Wir haben Kooperationen mit vielen ausländischen Hochschulen und können unseren Studierenden daher Auslandssemester in interessanten Ländern anbieten, z. B in Japan, China, Mexiko, Frankreich und Großbritannien. Hier seien z. B. gemeinsame studentische Projekte mit einer Hochschule in Moterrey/Mexiko und ein Doppelabschluss mit der Chinesisch-Deutschen Hochschule für Angewandte Wissenschaften (CDHAW) in Shanghai genannt. Auch unser Campus hier in Göppingen ist das Ziel vieler ausländischer Studierender mit deutlich steigender Tendenz. Einige Lehrveranstaltungen werden deshalb hier auch in englischer Sprache angeboten.

7. Was tut die FH, um die Jugend für Technik zu begeistern?

Siehe auch Antwort auf Frage 5. Wir begleiten die Kinder und Jugendlichen ab dem Kindergarten über die Schulzeit bis hin zur Studiengangwahl mit gezielten Angeboten, wobei wir auch speziell für Mädchen einige Angebote wie den Girls‘ Campus haben, um gerade auch die Mädchen für Technik zu begeistern. Eine knappe Übersicht über unsere Aktivitäten in diesem Bereich können Sie auf der folgenden Webpage finden: www.hs-esslingen.de/de/25707

8. Wie sind derzeit die Arbeitsmarktchancen von Absolventen?

Arbeitsmarktchancen unterliegen natürlich auch konjunkturellen Schwankungen und gerade eine Krise, wie wir sie derzeit erleben, kann nicht folgenlos für die kurzfrisitgen Aussichten unserer Absolventen sein. Aber sowohl die Unternehmen als auch die Politik haben die Zeichen der Zeit erkannt und federn die derzeitige Situation, so gut es geht, ab. Langfristig jedoch sehen die Arbeitsmarktchancen unserer Absolventen, vor allem auch aufgrund der hohen Qualität Ihrer Ausbildung, unverändert sehr gut aus.

Sehr geehrter Herr Prof. Dr.-Ing. Markus Ledermann. Wir danken Ihnen für die umfangenreichen Antworten und wünschen der Hochschule alles Gute bei der Realiiserung ihrer E-Learning-Pläne.